EU Projekt



Where do we come from? Where do we go?


9. bis 15. März 2008


Eine Woche wurde im Jugendzentrum Bad Ischl diskutiert, formuliert, präsentiert und natürlich auch gefeiert. Anlass war eine Jugendbegegnung zwischen Jugendlichen aus Griechenland, Italien, Polen und österreich (Bad Ischl). Der Jugendaustausch wurde von der Projektlinie „Jugend in Aktion“ gefördert und beschäftigte sich mit den unterschiedlichen historischen Wurzeln mit einem Ausblick auf eine gemeinsam Europäische Union der teilnehmenden Länder.



Neben dem großen Thema „Geschichte, geschichtliche Entwicklung“, wurden auch die unterschiedlichen Betrachtungs- und Interpretationsweisen von gemeinsamen geschichtlichen Eckdaten diskutiert und verglichen. Da es eine wichtige Dimension jeder Kultur ist, wie man die Vergangenheit darstellt, wie man ein Erinnerungsbild konstruiert, war dies eine zentrale Frage des Projektes. Was eine Gesellschaft vergisst oder auch im „freudschen“ Sinn verdrängt, und an was sie sich erinnert sind wichtige Komponenten. Es ist nicht selbstverständlich oder naturgegeben, woran man sich erinnert und was man vergisst, sondern dies entsteht in gesellschaftlichen Debatten und Auseinandersetzungen. Die Begegnung von Kulturen und die daraus entstehenden Vorstellungen des Eigenen und des Fremden sind die Grundlage historischer Identitätsbilder. Eine Begegnung der verschiedenen Kulturen dieser Welt ist möglich, vor allem wenn wir wissen, wer wir selber sind. Dazu braucht es die Kenntnis der eigenen Geschichte, das Wissen um jene Mythen und Erzählungen, die Parabeln fürs Leben sind. Gerade im Hinblick auf ein europäisches Bewusstsein, der überwindung eines nicht mehr zeitgemäßen Nationalismusgedankens und der Etablierung und Verankerung eines „Europäischen Gedächtnisses“ ist es so notwendig, diesen Diskurs bereits mit Jugendlichen zu führen und sie für diese Thematik zu sensibilisieren.



Gerade im Bereich des non formalen Lernens, wie in diesem Projekt einmal mehr ersichtlich geworden ist, bietet sich die Chance Geschichte abwechslungsreich, spannend und mit authentischem Bezug auf die Lebenswelten der Jugendlichen zu erleben, wie man an den Ergebnissen des erlebten Projektes gut sehen konnte. Kritik, ängste und auch Hoffnungen in Bezug auf die Zukunft wurden thematisiert und konkret benannt, wobei große ähnlichkeiten feststellbar waren. Weiters konnten die Jugendlichen das theoretisch Erlernte in kreativen Workshops künstlerische umsetzen und so spielerisch mit den unterschiedlichen Themata arbeiten.



Neben diesen inhaltlichen Auseinandersetzungen waren aber vor allem auch die zwischenmenschlichen Begegnungen von unschätzbarer Bedeutung. In diesen Begegnungen wird die Europäische Union erlebbar, gewinnt an Konturen. Die Erinnerung an die Jugendlichen dieses Projektes wird nicht so schnell vergessen werden und Griechenland, Italien, Polen und österreich haben plötzlich ein Gesicht bekommen.

Zu Beginn des Projektes wurde von der österreichischen Gruppe eine Sightseeing Tour durch Bad Ischl gestaltet, die sie gemeinsam mit Gruppenleiterin Ulrike Schneider vorbereitet hatten. Ein Besuch des Stadtmuseums, sowie des Lehártheaters gehörten hier natürlich dazu. Sehr interessiert zeigten sich die Jugendlichen bei den Workshops im Zeitgeschichtemuseum, wo die unterschiedlichen historischen Erinnerungsdaten erforscht, analysiert und verglichen wurden. Aber auch der Besuch der Gedenkstätte Ebensee warf bei den Jugendlichen viele Fragen auf, zumal sich in diesem Außenlager des KZ Mauthausen Menschen aus Griechenland, Polen und Italien befanden.

Im Jugendzentrum selbst fanden ebenfalls theoretische und aber auch künstlerische Workshops statt. Die TeilnehmerInnen des Projektes konnten ihre Fähigkeiten in den Bereichen Sound, Illustration, Malerei und Theater erweitern.



Freitagnachmittag wurden in sehr eindrucksvoller Weise und in Zusammenarbeit aller Workshoprichtungen die erarbeiteten Themen in Form von Plakaten, Bühnenbildern, T-Shirts und einem Theaterstück präsentiert. Der Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben aller Kulturen zog sich wie ein roter Faden durch diese Abschlusspräsentation. Sehr interessiert zeigten sich auch Bürgermeister Hannes Heide, Direktor Mautz und LehrerkollegInnen, die die Präsentation besuchten und Näheres über die Workshops erfahren wollten.



Am Ende des Projektes konnten alle TeilnehmerInnen mit neuen Eindrücken, vielleicht neuen FreundInnen und etwas mehr Bewusstsein für ein gemeinsames, vereintes, Brücken schlagendes Europa die Heimreise antreten.

Weiter Bilder gibt es >>> hier zu sehen!!!